Der Rotfuchs ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Beobachtungen von Meister Reineke am helllichten Tag sind daher selten. Die Spuren dieses Kulturfolgers sind hingegen leicht zu finden.
Dieses hundeartige Raubtier bewegt sich gerne entlang von Gewässern, Waldrändern, Hecken, ... fort und hinterlässt dort seine Spuren.
Meist steigt der Fuchs mit dem Hinterlauf in den Abdruck des Vorderlaufes. Seine dabei hinterlassenen Pfotenabdrücke sehen aus, als wären sie auf einer Schnur aufgefädelt. Deshalb nennt man diese Art der Fortbewegung "Schnüren".
Der Rotfuchs markiert sein Revier, indem er ein veilchenartig duftendes Sekret aus einer im Bereich der Schwanzwurzel liegenden Drüse ("Viole") an Grenzsteinen, Baumstümpfen und anderen erhöhten Stellen absetzt.
Männchen ("Rüde") und Weibchen ("Fähe") der sonst eher einzelgängerisch lebenden Rotfüchse können ein paar Tage gemeinsam verbringen. Manchmal wird eine Fähe von mehreren Rüden bedrängt ...
Im Frühling wechseln Füchse vom dicken Winterbalg in den weniger dichten Sommerbalg. Dieses Tier zeigt die häufigste Färbungsvariante. Man nennt solche Exemplare "Birkfüchse". Ist der gesamte Balg dunkler, spricht man vom "Kohl- oder Brandfuchs".
Rüden beteiligen sich nur selten an der Jungenaufzucht. Fähen haben in dieser Zeit daher viel zu tun. Dann verlieren sie zum Teil ihre Scheu und holen sich selbst am helllichten Tag das eine oder andere Huhn vom Bauern.
In der Nähe des Baues findet man dann Hühnerfedern mit abgebissenen Federkielen. Manchmal bleiben auch noch Knochenreste über.
Füchse graben ihre Bau ungern selber. Sie übernehmen lieber einen verlassenen Dachsbau oder nutzen einfach ein Rohr eines "Grabendurchlasses". Auch von Jägern angelegte "Kunstbaue" aus Betonrohren werden angenommen.
Rotfüchse nutzen gerne störungsfreie, sonnendurchflutete Lichtungen mit vielen Steinen und Felsblöcken zur Jungenaufzucht.
Dort kann man manchmal mit freiem Auge die Ernährung studieren. Hier machten Käfer einen großen Teil der Nahrung aus.
Neben Mäusen, Regenwürmern, Insekten und Früchten stehen gelegentlich auch Vögel und größere Säugetierarten auf dem Speiseplan. Beim Feldhasen werden am ehesten Jungtiere erbeutet.
Sie unternehmen bald auch erste Ausflüge ohne Fähe. Diesem Feldhasen sind die beiden Jungfüchse aber nicht gewachsen.
Rotfüchse haben heute relativ wenige natürliche Feinde. Insbesondere junge und halbwüchsige Füchse müssen sich vor dem Uhu in Acht nehmen, dem sie gelegentlich zum Opfer fallen.
Auch der Luchs ist ein natürlicher Feind des Fuchses. Die große Katze mit den Pinselohren kommt im Mühlviertel aber fast nur in den nördlichen Landesteilen vor.
Der Allesfresser Rotfuchs ist ein ausgesprochen anpassungsfähiger Kulturfolger. Mittlerweile ist er sogar ein regelmäßiger Bewohner von Großstädten.
Die Fuchsbestände dürften auch im Mühlviertel in den letzten Jahrzehnten angestiegen sein. Zumindest lassen dies die Jagdstatistiken vermuten. Jäger bringen mittlerweile bereits mehr Füchse als Feldhasen zur Strecke.

















































