Diese großen Pflanzenfresser sind zwar hinsichtlich ihrer Nahrung weniger wählerisch als beispielsweise Rehe. Sie begnügen sich auch mit weniger nahrhaften Gräsern.
In unserer ursprünglichen Landschaft war der Verbiss durch Wisent, Rothirsch & Co kein Problem. Diese großen Pflanzenfresser hielten damit Lichtungen im sonst eher geschlossenen Wald länger offen. Dadurch schufen sie wertvollen Lebensraum für andere Arten.
Der Körperbau und das Sozial- und Fluchtverhalten weisen Rothirsche als ursprüngliche Bewohner der halboffenen Landschaft (lichte Wälder) aus.
Das ist eine Anpassung an den (ehemaligen) Hauptfeind, den Wolf, der Beute über große Distanzen hetzt. Das Reh hingegen ist an den Kurzstreckensprinter Luchs angepasst.
Vor allem bei höherer Wilddichte können sich jeweils zwei oder mehr Mutterfamilien zu losen Verbänden ("Kahlwildrudeln") zusammenschließen, deren Zusammensetzung sich gelegentlich ändert.
Zwischen mehr oder weniger gleichstarken Hirschen kann es zu Kämpfen kommen. Die endenreichen Geweihe dienen bei diesen "Schiebewettkämpfen" als "Stoßstangen". Schwerere Verletzungen kommen daher verhältnismäßig selten vor.
Während der Brunft sind Ende September/Anfang Oktober auch röhrende Brunftrufe zu hören. Meist bestehen sie aus drei bis acht Einzelrufen. Jäger können manchmal Hirsche an ihrer Stimme unterscheiden.
Kaltes und klares Wetter bewirkt eher eine laute Brunft. Bei warmem Herbstwetter ist hingegen kaum ein "Brunftschrei" zu hören.
Im Zuge der kräftezehrenden Brunft verlieren Hirsche einige Kilogramm Körpergewicht. Manchmal tragen sie auch Verletzungen durch Rivalenkämpfe davon.
Rothirsche werden im Mühlviertel traditionell vom Hochstand aus erlegt. Die Bejagung dieser großräumig lebenden Wildart sollte großflächig und grenzüberschreitend abgestimmt sein, um eine artgemäße Geschlechts- und Altersstruktur zu erreichen.
Immer häufiger werden aber auch Bewegungsjagden durchgeführt. Mittlerweile setzen sich dabei auch aktive Gehörschützer (z.B. der Fa. 3M Peltor) durch, die laute Geräusche wie den Schussknall wegfiltern und leise Geräusche leicht verstärken.
Neben natürlichen Feinden und menschlicher Bejagung kommen auch Kollisionen mit Kraftfahrzeugen, Krankheiten und Altersschwäche als Sterblichkeitsfaktoren vor. Manchmal verfangen sich Hirsche auch in Forst- oder Weidezäunen und müssen qualvoll verenden.
Früher wanderten Rothirsche nach der Brunft oft in die Täler bzw. Tieflagen, wo sie den Winter z.B. in Auwäldern verbrachten.
Heute sind diese Wanderungen auf Grund menschlicher Zersiedelung der Tieflagen nicht mehr möglich. Der Rothirsch muss deshalb in den kargen Hochlagenwäldern bleiben.
Der Rothirsch ist zwar an den winterlichen Nahrungsengpass angepasst. Die Fortbewegung im tiefen Schnee kostet ihn aber - insbesondere beim Flüchten - sehr viel Energie.
























































